Sonntag, 9. Dezember 2012

Schwarz besiegt Weiß.




Ich schließe die Augen, will schlafen und verdrängen-
Die Gedanken werden schwerer, bis sie sich an dir erhängen.
Du bist zwischen den Laken, verfolgst mich in meine Träume,
Du quälst mich durch die Nacht, während ich mich selbst versäume.

Ich dreh mich um dich, das heißt ich dreh mich im Kreis.
Der Schwindel macht mich krank, und Schwarz besiegt Weiß.       
Ich versteck mich vor mir selbst und lecke meine Wunden-
Ich ertrag das Verlangen nicht; Zwiespalt zählt meine Stunden.
                                                                
Ich vermiss dich, dein Lachen, deine nackte Haut auf meiner,
Will Momente mit dir teilen, will meine Hand ganz fest in deiner.
Ich hab das Starksein verlernt, mir macht Angst wie mir geschieht-
Selbst mein Stolz geht in die Knie, und mein Selbstwert entflieht. 

Ich male schönen Menschen dein Abbild ins Gesicht-
Selbst wenn sie mir gefallen, bist es nicht du, der aus ihnen spricht.
Ich hab dich verloren, ich muss wohl mich wiederfinden-
Auf der Suche nach mir, droh ich desillusioniert zu erblinden.
                                                                                   

Donnerstag, 15. November 2012

Herz über Kopf




Ich lauschte deinen Worten - du hingst an meinen Lippen,
Jetzt droht resignierte Stille das Gefühl langsam zu kippen.
Wir haben uns gezeigt, was wir drohten zu vergessen -
Sind wir wirklich schon fertig? Hab´n wir uns schon satt gegessen?

Ich verwehr mich sonst jedem, bin betont exklusiv.
Mein Kreuz auf Ja, doch dein vielleicht in kursiv.
Ich mal Liebe in Konturen auf das Inn´re deiner Hand.
Ich trag mein Herz über Kopf-  du dein Gefühl unter Verstand.

Du sagst du bist stark, doch dass du hieran zerbrichst.
Ich kann dich nicht halten, weil du mir nichts versprichst.
Bevor ich langsam verblass - mich in der Geschichte verlier,
Bin ich Narzisst - lass dich zurück und bekenn mich zu mir.

Das lyrische Ich, es verliert an Halt,
Meine Hand verkrampft, ist starr und wird alt.
Das Wir, das sich dort in ersten Formen versuchte,
Es ist verschmiert und du siehst dabei zu wie es verläuft,
Während sich der Protagonist in Nikotin und Alkohol ersäuft.

Donnerstag, 13. September 2012

Metamorphose.

Ich versteh mich nicht mehr, ich hab mich verloren
Ich suche nach Sinn, nach Türen und nach Toren.
Ich will hier raus, doch ich binde mich an.
Ich finde mich nicht - und keinen der was dafür kann.

Erst bist du da, du erzählst mir vom Leben.
Ich schöpfe Mut, greife die Klinke, doch greife daneben.
Du sagst du musst gehen – dich riefe dein Ich.
Du gehst nach Berlin, vergisst dich und dann mich.

Befrei mich, bezirz mich, nimm weg was mich hemmt- 
Doch während ich verharre gehst du mit der Stadt fremd.
Ich male mich an und ich gebe mich aus,
Ich such nach dem Schalter- Leben an und Schein aus. 

Du hast aufgehört dich zu konzipieren.
Bist nur noch beschäftigt, musst dich etablieren.
Die Garderobe stimmt, dein Gesicht ist verloren.
Und in Bigotterie bist du neugeboren.

Der Schein der mich blendet, verliert seine Kraft.
Ich hab mich linken lassen, doch jetzt hab ich´s gerafft.
Der Glanz um dich rum, nimmt dich ein und macht matt.
Er macht dich leer und kaputt und du, du wirst nicht satt.

Mein Gefühl das schwindet, mein Frust der vergeht.
Nur weil du dich verlierst ist es für mich nicht zu spät.
Ich lass dich weiter leben, deine Ideale verhuren.
Ich lebe in Kunst und du verfällst in Karikaturen.

Sonntag, 22. Juli 2012

Ich.


Verschleiert, vernebelt, vertuscht und kaschiert;
Spiele ich weiter, bin es ich, der verliert.
Verfehlen, verpassen, sich dabei vergessen-
Von dem Gedanken, von der Idee besessen.

Ich mache Schluss-  fahre die Fühler wieder ein;
Lieber mir selbst überlassen als zu zweit allein.
Im Spiegelraum geblendet, hier wird es mir bewusst-
Konfrontiert mit den Facetten meines Identitätsverlust.

Ich räume auf, Ich mache Klarschiff;
Ichsucht mein Motiv und der rettende Begriff.
Ich richte mich auf, bring mich wieder in Balance.
Pittoresk oder lasziv - ich bewahre Contenance.

Das Suchen und Finden, den Selbstschwund besiegt.
Hab mich Hals über Kopf in mein Leben verliebt.
Extrahiert und ausradiert, niemand mehr hier;
die Widmung meines Daseins gilt wieder mir.


Dedicated to my best friend Simon.

Mittwoch, 11. Juli 2012

Dem Leben Verfallen.



Leben und Streben nach den goldenen Reben-
In stolzem weiß auf blutroten Wolken schweben.
Du bist ihr verfallen, der Gesellschaftslüge;
Sie durchfrisst und dominiert deine Charakterzüge.

Du lebst nach Formeln und Definitionen,
Du wirst nicht müde Erreichtes zu betonen.
Verdreht und Verrenkt, du verkrampfst immer mehr-
Dein Griff versagt und deine Hände sind leer.

Disziplin und Fleiß, auch Ehrgeiz (d)eine Tugend,
Du bist als Kind erwachsen und ich verschwende meine Jugend.
Du kannst dich nicht lösen, bist gefangen im Zwang.
Ich atme frei und lebe im Sturm und Drang.

Du lebst streng und treu nach der Elite- Moral,
Ich pfeif´ drauf und bin lieber asozial.
Vollkommenheit und Perfektion sind Ausdruck deiner Mentalität;
Willkommen Monotonie- oh fuck, bin ich schon wieder zu spät?

Ein makelloser Plan, die Zukunft schon erbaut-
Während ich erlebe- live, laut und versaut.
Ich will Momente und Krisen, bewegt und verlebt,
Das hat mehr Sex als gepflegt und zurecht gelegt.

Ein schönes Dasein in deinem eigenen Schatten,
Ein schönes Hochstapeln mit gläsernen Messlatten.
Hemmungslos, intensiv und fatal,
Ein Leben mit Charakter ist mein Ideal.

Montag, 28. Mai 2012

Maskenball



Du redest davon jemanden zu finden,
jemand zu lieben, du willst dich binden.
Deine Worte, dein Sein, selbst dein Blick-
sie sind nichts als Paraphrasen.
Für die verlogene Welt
der blutverschmierten Seifenblasen.

Ein anderes Date, wieder die rosarote Brille,
blinder Alarm folgt der aufreizenden Stille.
Du redest von Treue, parlierst über Loyalität,
in deinem Kostüm maskierst du die Realität.

Wieso spielst du ein Spiel, bei dem beide verlieren?
Wieso versuchst du verkrampft dich mir zu präsentieren?
Du erzählst mir alles, dein Leben als goldene Metapher.
Das was dich wirklich ausmacht, geht kaputt im Zeitraffer.

Du willst gerne ankommen, du suchst nach deinem Hafen.
Glaubst du wirklich du bleibst hier, wenn wir miteinander schlafen?
Ich will mich dir nicht geben, ich will mich nicht ausziehen.
Du bist nicht du selbst, deine Identität nur geliehen-
Gewählt und benutzt, um dir selbst zu entfliehen.

Donnerstag, 3. Mai 2012

Verfremdete Melodie


Du sagst nicht meinen Namen, aber rufst nach mir.
Ich steh hier, er steht da und du stehst neben dir.
Du schreibst meine Geschichte in ein fremdes Buch,
suchst den Trost erst im Wein, dann im Taschentuch.

Du spielst meine Noten auf fremdem Instrument,
die Melodie, die du hörst, ist nicht nur falsch, sie ist dir fremd.
Du siehst mich nicht an und du siehst es nicht ein,
der Angst folgt der Stolz und das Gefühl erstickt im Keim.

Wenn ich sehe, wie du dich verdrehst und verrenkst,
weiß ich genau, du überspielst, dass du gerade an mich denkst.
Du gehst mit ihm zu meinen geheimen Verstecken,
versuchst verzweifelt, das was fehlt mit Gewalt zu erwecken.

Du verdrängst, du verfehlst, du verlebst am falschen Ort,
er gibt dir ganze Sätze, dabei willst du nur mein Wort.
Wir sind stur- du bist treu und du betrügst damit jeden.
Wenn Gefühle sich verschieben, musst du nehmen, um zu geben.